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Artikel: Säure-Base-Schrank Hersteller / Typ: wrt Laborbau Verwendung: zur Lagerung von Säuren und Laugen oder für andere Zwecke Maße: (B: 600, T: ??, H: ??)mm (ohne Anbauten) Abluftanschluss: Weiteres: 4 Fachböden, ausziehbar, mit PP-Wannen und VA-Wannen, Die Wannen sind teilweise vertauscht - augenscheinlich wurde der Schrank nicht für den Säure-Lauge-Zweck eingesetzt. Lieferumfang: oben beschriebener Säure-Lauge-Schrank Erhaltung: technisch intakt, optisch mit normalen Gebrauchsspuren. Der Schrank war verschraubt, so dass an den Seitenwangen kleinere Schraubenlöcher zu finden sind
Abholung / Versand: Versand per Spedition möglich Weiteres:
Modellkategorie: Säure-Lauge-Schrank / Chemikalienschrank für korrosive Medien
Baujahr dieses Modells: 1980er Jahre (ca. 1980 bis 1989)
Nennbreite des Schranks: Ungefähr 600 Millimeter
Nenntiefe des Schranks: Ungefähr 500 bis 600 Millimeter
Nennhöhe des ca. 1900 bis 1950 Millimeter (nicht nachgemessen)
Gehäusematerial: Holzwerkstoffplatten mit hochbeständiger, beschichteter Oberfläche
Material der Einlegeböden: beschichtete Böden mit herausnehmbaren VA- und Kunststoff-Auffangwannen
Türart: 2 einzelne Drehtüren
Abluftstutzen für den Anschluss an die bauseitige permanente Entlüftungsanlage
Lüftungsprinzip: Thermische oder mechanische Umluftführung mit Zuluftöffnung und Absaugung im oberen Rückwandbereich
Schloss: Zylinderschloss zur Verhinderung unbefugten Zugriffs
Traglast pro Einlegeboden: Ungefähr 25 bis 30 Kilogramm bei gleichmäßig verteilter Last
Der WRT Laborbau Säure-Lauge-Schrank aus den 1980er Jahren ist ein spezialisiertes Labormöbelstück zur vorschriftsmäßigen Lagerung von aggressiven, nicht-brennbaren Flüssigkeiten und korrosiven Chemikalien. Mit seiner kompakten Baubreite von rund 60 Zentimetern lässt sich dieser Schrank ideal als kompakter Beistellschrank direkt neben einem Laborabzug platzieren. Der Innenraum ist so konzipiert, dass aggressive Dämpfe die Struktur des Schranks nicht angreifen können, was durch den Einsatz von dichten Beschichtungen und resistenten Kunststoffwannen realisiert wurde. Ein integrierter Abluftanschluss sorgt dafür, dass entstehende saure oder alkalische Dämpfe kontinuierlich abgesaugt werden und sich nicht im Arbeitsraum anreichern.
Typische Anwendungsfelder:
Chemische und pharmazeutische Labore zur Bereitstellung von Säuren und Laugen für den täglichen Bedarf
Universitäre Institute, Schulen und Ausbildungsstätten im naturwissenschaftlichen Bereich
Medizinische und pathologische Laboratorien zur Aufbewahrung von Ätz- und Fixiermitteln
Galvanikbetriebe, Qualitätskontrolllabore und industrielle Prüffelder mit eigenem Nasslabor
Vorteile:
Hohe Beständigkeit der eingesetzten Wannenmaterialien gegenüber aggressiven Mineralsäuren und alkalischen Lösungen
Kompaktes Stellmaß von 60 Zentimetern Breite ermöglicht die Integration auch in sehr kleine Laborzeilen oder Nischen
Effektive Geruchs- und Schadstoffminimierung im Laborraum durch die Vorbereitung für eine permanente technische Absaugung
Extrem robuste mechanische Holz- und Beschichtungsqualität der Marke WRT aus dieser Epoche, die für jahrzehntelange Nutzung ausgelegt war
Einfache Reinigung des Innenraums durch werkzeuglos entnehmbare Auffangwannen aus Kunststoff
Nachteile:
Keine Brandschutzqualitäten vorhanden (kein Sicherheitsschrank nach moderner EN 14470-1), weshalb brennbare Lösungsmittel darin strikt verboten sind
Keine getrennten Innen-Lüftungskammern bei älteren Modellen, was die strikt getrennte Lagerung von rauchender Salzsäure und Ammoniak in einem einzigen ununterteilten Innenraum einschränkt
Nach heutigen Maßstäben veraltete Scharnier- und Beschlagskonstruktionen, die trotz Spezialbeschichtung über die Jahre korrodieren können
Keine modernen optischen oder akustischen Strömungsüberwachungssysteme im Standard-Lieferumfang enthalten
Das Geräteprinzip des Säure-Lauge-Schranks beruht auf der passiven Schadstoffrückhaltung kombiniert mit aktiver Entlüftung. Korrosive Medien werden in flüssigkeitsdichten Auffangwannen gelagert, die im Falle eines Gebindebruchs das gesamte Volumen der größten Flasche sicher aufnehmen können. Parallel dazu saugt die angeschlossene Laborabluftanlage kontinuierlich Luft aus dem Schrankinnenraum ab. Dadurch entsteht ein minimaler Unterdruck, der das Entweichen von ätzenden Dämpfen in den Aufstellungsraum verhindert und gleichzeitig die Konzentration korrosiver Gase im Schrank selbst reduziert, um die Alterung des Schranks zu verlangsamen.
Bis weit in die 1970er Jahre hinein wurden Säuren und Laugen in Laboratorien oft in einfachen Holzschränken, offenen Regalen oder direkt unter dem Abzug gelagert. Dies führte zu massiven Korrosionsschäden an Gebäudeteilen und erheblichen Gesundheitsrisiken für das Personal. In den 1980er Jahren setzte eine Professionalisierung des Laborschutzes ein. Hersteller wie WRT Laborbau (die später in größeren Strukturen und Kooperationen wie Wesemann aufgingen) entwickelten dedizierte Korrosionsschutzschränke. In dieser Dekade etablierte sich die Melaminharzbeschichtung und der verstärkte Einsatz von Polypropylen-Einbauten als Industriestandard. Diese Schränke waren die direkten Vorläufer der heutigen modernen, hochgradig regulierten Gefahrstoff- und Umweltlagertechnik.