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urspr. Kalibrierschein, Dokumentation zur Software, zum Gerät und zum Touch-Panel
Software SimPATIauf CD (ausdrücklich NICHT die Software-Lizenz sondern lediglich der phys. Datenträger, zusätzlich Kopie des Lizenzvertrages, Freischaltcode (nicht geprüft))
Zustand: gebraucht, technisch und optisch gut bis sehr gut. Bisherige Nutzung: universitäres Umfeld
Abholung / Versand: Speditionstransport in Ihrem oder meinem Auftrag oder Selbstabholung Details (o.Gewähr!):
Der VC7018 Ist ein vollwertiger Klimaprüfschrank. Das bedeutet, das Gerät besitzt serienmäßig eine aktive Luftbefeuchtung und Entfeuchtung (Feuchtebereich 10 % bis 98 % r.F.). Es dient primär dazu, konstante oder wechselnde Klimabedingungen (Feuchte + Temperatur) über lange Zeiträume exakt zu halten.
Prüfrauminhalt: ca. 190 Liter
Temperaturbereich: -70 °C bis +180 °C
Temperaturkonstanz zeitlich: ± 0,1 bis ± 0,5 K (in Nutzraummitte)
Feuchteabweichung zeitlich: ± 1 % bis ± 3 % r.F. (in Nutzraummitte)
Kältemittel Kreis 1: R-404A
Füllmenge Kreis 1: 2,3 kg
Maximaler Druck HD / HP max Kreis 1: 25 bar g
Kältemittel Kreis 2: R-23
Füllmenge Kreis 2: 0,8 kg
Maximaler Druck ND / LP max Kreis 2: 19 bar g
Maximaler Druck HD / HP max Kreis 2: 25 bar g
Standdruck / Constant pressure: 13 bar g
Nennspannung: 3/N/PE AC 400V ±10% 50Hz
Nennleistung: 4,1 kW
Nennstrom: 14,0 A
Netzanschlusskabel: ca. 3,5 m
Bauseitige Absicherung: 16 A träge
Prüfraumabmessungen (Breite x Tiefe x Höhe): ca. 580 mm x 450 mm x 750 mm
Gehäuseabmessungen (Breite x Tiefe x Höhe): ca. 800 mm x 1300 mm x 1800 mm
Gewicht netto: ca. 550 kg
Geräte-Nummer / Serial No: 58566039000010
Baujahr: 2001
Das Gerät ist ein kompakter Klimaprüfschrank für Laboratorien und industrielle Testumgebungen. Es dient der präzisen Simulation extrem unterschiedlicher Umweltbedingungen durch die exakte und kontrollierte Steuerung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die Bauweise ist als Standgerät konzipiert und besitzt einen hochisolierten Prüfraum aus Edelstahl.
Typische Anwendungsfelder:
Umweltsimulationstests für elektronische Bauteile und Halbleiter
Materialprüfungen und Alterungstests an Kunststoffen, Elastomeren und Verbundstoffen
Klimatische Belastungstests in der Automobilindustrie und Luftfahrtzulieferung
Stabilitätsprüfungen und Haltbarkeitstests in der pharmazeutischen Industrie
Qualitätssicherung und Zyklustests nach internationalen Prüfnormen wie IEC oder DIN
Vorteile:
Sehr weiter Temperaturbereich bis tief in den Minusbereich durch die Kaskadenkälteanlage
Zuverlässige und langzeitstabile Einhaltung der eingestellten Feuchtewerte
Robuste industrielle Verarbeitungsqualität "Made in Germany" für den Dauerbetrieb
Kompakte Standfläche im Verhältnis zum nutzbaren Prüfraumvolumen von 190 Litern
Nachteile:
Hohes Eigengewicht erschwert Transport und z.B. das Umstellen innerhalb des Labors
Verwendung von Kältemitteln (insbesondere R-404A), die strengen gesetzlichen Regulierungen unterliegen
Höherer Geräusch- und Wärmepegel im Laborraum durch die zwei Kompressoren der Kaskadenkühlung
Erhöhter Wartungsaufwand für das Befeuchtungs- und Kältesystem im Vergleich zu reinen Wärmeschränken
Das Gerät arbeitet nach dem Prinzip einer geschlossenen Klimakammer mit forcierter Luftumwälzung. Die Kälteerzeugung für Temperaturen unter minus vierzig Grad Celsius wird durch eine zweistufige Kaskaden-Kälteanlage realisiert, bei der zwei separate Kältekreise mit unterschiedlichen Kältemitteln (R-404A für die normale Stufe und R-23 für die Tiefkühlstufe) hintereinandergeschaltet sind. Die Erwärmung erfolgt über elektrische Rohrheizkörper. Die Luftfeuchtigkeit wird über ein integriertes Dampfbefeuchtungssystem eingebracht und über ein kapazitives oder psychrometrisches Messverfahren geregelt.
Aus geschichtlicher Sicht stammt dieses spezifische Gerät aus dem Jahr 2001. Dies war eine Übergangsphase, in der digitale Mikroprozessorsteuerungen mit grafischen Benutzeroberflächen die älteren analogen oder rein textbasierten Regler ablösten. Die mechanische und kältetechnische Grundkonstruktion basiert auf der jahrzehntelangen Erfahrung der Firmen Heraeus und Vötsch, die die industrielle Umweltsimulation in Europa maßgeblich geprägt haben.
S!MCON/32
Dies ist die originale 32-Bit-Steuerung, die Vötsch um die Jahrtausendwende eingeführt hat. Das markante Ausrufezeichen im Logo war damals das typische Markenzeichen. Dieses System steuert das Gerät intern hochpräzise über Mikroprozessoren. Die Bedienung erfolgt klassisch direkt am Gerät über ein integriertes Grafik-Display und Touchpanel. Die Kommunikation nach außen läuft rein seriell über klassische Laborschnittstellen wie RS-232 oder RS-485.
Der Klimaprüfschrank ist mit der originalen Steuerungselektronik des Typs S!MCON/32 ausgestattet. Dieses System markiert den technologischen Übergang zur leistungsfähigen 32-Bit-Prozessortechnologie bei Vötsch-Umweltsimulationsanlagen. Die gesamte Regelung von Temperatur, Heizung, Kaskadenkühlung und Dampfbefeuchtung wird über diese zentrale Recheneinheit digital koordiniert. Die Bedienung und Programmierung erfolgen direkt an der Gerätefront über ein integriertes Grafikdisplay mit kontrastreicher Darstellung und eine Touchpanel. Das System arbeitet autark und benötigt für den vollen Funktionsumfang keine externe Netzwerkverbindung.
Programm-Management und Profilsteuerung
Mit der S!MCON/32-Steuerung lassen sich zeitgesteuerte Prüfprofile unkompliziert direkt am Gerät realisieren. Der interne Speicher erlaubt das dauerhafte Hinterlegen von bis zu 100 individuellen Prüfprogrammen. Jedes Programm kann flexibel aus Haltezeiten, definierten Temperatur- und Feuchterampen sowie Schleifenbefehlen (Loops) aufgebaut werden. Insgesamt bietet die Steuerung Kapazität für bis zu 1000 Programmschritte. Damit können komplexe Klimazyklen nach nationalen und internationalen Prüfvorschriften direkt am Gerät gestartet und vollautomatisch ohne Bedienerüberwachung abgefahren werden.
Lokale Datenerfassung und Systemüberwachung
Die S!MCON/32 übernimmt neben der reinen Regelung auch die kontinuierliche Überwachung aller Systemparameter. Die Ist- und Sollwerte von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit werden intern erfasst und können als grafischer Linienschreiber-Ersatz direkt auf dem Gerätedisplay als Kurvenverlauf dargestellt werden. Zudem verfügt die Steuerung über ein integriertes Diagnosesystem. Betriebszustände der Kältestufen, Schaltzyklen und eventuelle Status- oder Fehlermeldungen werden im Klartext mit präzisem Zeitstempel protokolliert, was die Betriebssicherheit im Laboralltag maßgeblich erhöht.
Serielle Laborschnittstellen für die PC-Anbindung
Zur externen Dokumentation und Fernsteuerung verfügt das Gerät über klassische serielle Schnittstellen. Über den standardmäßig integrierten RS-232-Anschluss (oder optional RS-485) kann der Klimaschrank direkt mit einem lokalen Labor-PC verbunden werden. Mithilfe einer kompatiblen PC-Software (wie der herstellereigenen Software SIMPATI) lassen sich Messdaten exportieren, archivieren und Prüfprogramme komfortabel am Computer erstellen und auf die S!MCON/32-Steuerung des Schrankes übertragen.
Der Klimaprüfschrank ist als standfeste, selbsttragende Konstruktion ausgeführt. Das Außengehäuse besteht aus robustem, elektrolytisch verzinktem Stahlblech, welches durch eine hochwertige Kunststoff-Pulverbeschichtung dauerhaft vor Korrosion und mechanischen Einflüssen geschützt ist. Der Prüfraum ist komplett aus Edelstahl gefertigt und besitzt hochdicht verschweißte Nähte. Dies verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in die Isolationsschicht und garantiert eine leichte Reinigung bei Prüfungen mit ausgasenden Stoffen. Die Isolierung besteht aus einer lückenlosen Schicht aus FCKW-freiem Polyurethan-Hartschaum, die auch bei extremen Tiefsttemperaturen von minus siebzig Grad Celsius minimale Wärmeverluste sichert. Die Prüfraumtür schließt über eine umlaufende, profilierte Spezialdichtung und ist mit einem stabilen Einhand-Verschluss ausgestattet, der ein sicheres Verriegeln auch unter Druckeinfluß erlaubt.
Kältetechnische Funktionsweise und Umweltschutz
Die Tiefkühlung wird über ein hochentwickeltes, zweistufiges Kaskaden-Kältesystem erreicht. In der ersten Stufe arbeitet der Kompressor mit dem chlorfreien Sicherheitskältemittel R-404A, welches die Grundkühlung übernimmt. Der zweite Kältekreis ist über einen Plattenwärmetauscher als Kondensator angekoppelt und verwendet das Hochleistungskältemittel R-23, um die extremen Tieftemperaturen im Prüfraum zu generieren. Beide Kältekreise sind werksseitig hermetisch geschlossen und zeichnen sich durch extrem vibrationsarme Kolbenkompressoren aus. Die Regelung der Kälteleistung erfolgt nicht durch einfaches Ein- und Ausschalten, sondern über ein materialschonendes, getaktetes Bypass-System. Dadurch wird die Kälteleistung exakt an den tatsächlichen Bedarf angepasst, was den Energieverbrauch im stationären Betrieb erheblich senkt und die Lebensdauer der Kompressoren maximiert. Die Abwärme des Systems wird über einen großzügig dimensionierten, luftgekühlten Kondensator an die Umgebung abgegeben.
Befeuchtungssystem und Feuchteregelung
Für Klimaprüfungen verfügt das Gerät über ein integriertes, autarkes Dampfbefeuchtungssystem. Der Wasserdampf wird in einem separaten Dampferzeuger außerhalb des Prüfraums drucklos produziert und strömt kontrolliert in den Umluftstrom ein. Dies garantiert eine absolut aerosolfeie und homogene Feuchteverteilung ohne Tröpfchenbildung auf den Prüflingen. Die Entfeuchtung des Prüfraums erfolgt über ein spezielles Kälte-Entfeuchtungsaggregat, das Feuchtigkeit gezielt an einer Kühlfläche kondensieren lässt und über einen geschlossenen Ablauf abführt. Das System erlaubt präzise Klimaprüfungen im Temperaturbereich von plus zehn bis plus fünfundneunzig Grad Celsius bei kontrollierten Feuchtewerten von zehn bis achtundneunzig Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Die Wasserversorgung kann über einen integrierten Vorratsbehälter oder über einen direkten Festwasseranschluss mit vorgeschalteter Ionenaustauscher-Patrone erfolgen.
Luftführung und thermische Homogenität
Um eine exakte räumliche Temperatur- und Feuchteverteilung im gesamten Nutzraum zu gewährleisten, arbeitet das Gerät mit einer forcierten Luftumwälzung. Ein leistungsstarker Radialventilator saugt die Luft im hinteren Bereich des Prüfraums an, führt sie an den Heizregistern, den Kühlverdampfern und der Dampfeinspeisung vorbei und drückt sie gleichmäßig über eine optimierte Luftleitwand zurück in den Nutzraum. Diese permanente Durchmischung verhindert thermische Schichtungen und sorgt dafür, dass auch dicht bestückte Einlegeroste im gesamten Volumen homogene Prüfbedingungen erfahren. Die Luftgeschwindigkeit ist so ausbalanciert, dass ein hoher Wärmeübergang an den Prüflingen stattfindet, ohne dass empfindliche Bauteile durch zu starken Luftzug mechanisch belastet werden.
Sicherheitseinrichtungen und Prüflingsschutz
Der Schutz des Gerätes sowie der oft wertvollen Prüflinge hat höchste Priorität. Der Klimaschrank ist mit einem unabhängigen, vom Hauptprozessor mechanisch getrennten Temperaturbegrenzer ausgestattet. Dieser lässt sich manuell auf eine maximale und minimale Schutztemperatur einstellen. Wird dieser Grenzwert überschritten, schaltet das System die Heizung oder Kühlung sofort allpolig ab und gibt einen optischen sowie akustischen Alarm aus. Zusätzlich verfügt die Steuerung über einen potenzialfreien Kontakt. Über diesen Sicherheitskontakt kann die Spannungsversorgung des im Prüfraum befindlichen Prüflings direkt mit der Gerätesteuerung gekoppelt werden. Im Falle einer Störung oder beim Abschalten des Schrankes wird der Prüfling automatisch stromlos geschaltet, um eine thermische Zerstörung durch Eigenerwärmung zu verhindern. Jedes Aggregat und jeder Kältekreis ist zudem einzeln über Motorschutzschalter und Überdruckschalter abgesichert.