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Artikel: Magnet-Rührer mit Heizplatte Hersteller/Typ: VWR VMS A S40 Details:
Drehzahl: ca. 100 - 2000 U/min
max. Stromaufnahme: 415 Watt
Heizleistung: 400 Watt
Maxmaltemperatur: 320°C
Abmessungen: 168×220×105 mm³
Masse: ca. 2,4 kg
Lieferumfang: abgebildetes Gerät ohne weiteres Zubehör Zustand: gebraucht, deutliche Gebrauchsspuren, technisch ausreichend, mit etwas lauteren Betriebsgeräuschen als üblich
Allgemeines: Magnetrührgeräte gehören zu den am weitesten verbreiteten Laborgeräten in Forschung, Chemie, Biologie, Medizin, Umwelttechnik und industrieller Qualitätskontrolle. Sie dienen dazu, Flüssigkeiten gleichmäßig zu durchmischen oder Reaktionen homogen zu halten. Viele Modelle verfügen zusätzlich über eine integrierte Heizung, so dass sowohl das Rühren als auch das Erwärmen einer Probe in einem Schritt erfolgen kann.
Das Prinzip eines Magnetrührgeräts ist einfach, aber technisch ausgereift. Im Gehäuse des Geräts befindet sich ein elektrisch betriebener Motor oder ein elektronisch gesteuerter Magnetantrieb, der einen rotierenden Magneten (oft als "Magnetanker" oder "Treiber" bezeichnet) bewegt. In dem zu rührenden Gefäß (meist ein Becherglas, Kolben oder Reaktionsgefäß) befindet sich ein Magnetrührstab – ein kleiner, zylindrischer oder elliptischer Stab aus magnetischem Material, der mit PTFE (Teflon) beschichtet ist, um chemisch inert zu bleiben.Der rotierende Magnet im Gerät koppelt sich magnetisch an den Rührstab im Gefäß an, wodurch dieser mit rotiert und die Flüssigkeit verwirbelt.
Bei Geräten mit integrierter Heizplatte sorgt ein elektrischer Heizwiderstand unter der Rührfläche für die Temperaturerhöhung. Die Wärme wird durch die meist metallische oder keramische Oberfläche auf das Gefäß übertragen. Moderne Geräte besitzen dafür eine präzise elektronische Temperaturregelung mit externer Fühlersteuerung (PT100 oder PT1000-Sensor), um die Temperatur direkt in der Flüssigkeit zu messen.
Magnetrührgeräte werden überall dort eingesetzt, wo Flüssigkeiten oder Suspensionen gleichmäßig gemischt, gelöst, erhitzt oder chemisch umgesetzt werden müssen. Typische Anwendungen sind:
Chemie und Pharmazie: Auflösen von Feststoffen, Durchmischen von Reaktionslösungen, Homogenisieren von Proben, pH-Titrationen, Synthesereaktionen unter Temperaturkontrolle.
Biologie und Biotechnologie: Kultivierung von Mikroorganismen in kleinen Ansätzen, Auflösen von Nährmedien, Probenvorbereitung für Analysen.
Lebensmittel- und Umweltanalytik: Homogenisierung von Extrakten, Mischen von Lösungsmitteln, Probenaufbereitung vor Messungen (z. B. TOC-, COD-, BSB-Analysen).
Materialwissenschaften: Dispergieren von Nanopartikeln oder Pigmenten in Lösung, Vorbereitung von Polymeransätzen, Rühren von Harzen oder Suspensionen.
Dank ihrer einfachen Handhabung und Zuverlässigkeit sind Magnetrührer fester Bestandteil praktisch jedes chemischen oder biologischen Labors.
Magnetrührgeräte mit und ohne Heizung
Magnetrührgeräte ohne Heizung dienen ausschließlich dem mechanischen Rühren.
Sie werden verwendet, wenn die Temperatur konstant bleiben soll oder die Probe empfindlich auf Wärme reagiert – etwa bei biologischen Lösungen oder hitzeempfindlichen Reagenzien.
Vorteile:
Kompakt, leicht, preiswert.
Kein Risiko von Überhitzung oder thermischer Zersetzung.
Geringerer Stromverbrauch.
Weniger Verschleißteile, dadurch langlebiger.
Nachteile:
Keine Möglichkeit, Substanzen zu lösen oder Reaktionen durch Erwärmung zu beschleunigen.
Eingeschränkter Einsatz bei Reaktionen mit Temperaturabhängigkeit.
Magnetrührgeräte mit Heizung kombinieren Rühr- und Heizfunktion in einem Gerät.
Die Temperatur lässt sich manuell oder elektronisch einstellen; viele moderne Modelle besitzen digitale Anzeigen, PID-Regelung, externe Temperatursensoren und Sicherheitsabschaltungen.
Vorteile:
Gleichzeitiges Rühren und Erwärmen – ideal für chemische Reaktionen.
Schnelle Lösung von Feststoffen.
Gute Temperaturstabilität bei präziser Regelung.
Moderne Geräte mit Keramikplatte bieten hohe chemische Beständigkeit und gleichmäßige Wärmeverteilung.
Nachteile:
Höherer Preis.
Heizfläche kann empfindlich gegen Temperaturschocks oder grobe Handhabung sein.
Wärmeentwicklung kann zu Verdunstung oder thermischer Zersetzung führen, wenn nicht kontrolliert.
Aufwendigere Wartung und Kalibrierung.
Bauarten:
Rührantrieb: Früher meist durch Motor mit Dauermagneten; heute teilweise bürstenlose Gleichstrommotoren (BLDC) oder elektronisch kommutierte Magnetantriebe für vibrationsarmes, leises Rühren.
Rührleistung: Je nach Modell für kleine Gefäße (5 mL) bis große Ansätze (>20 L).
Rührgeschwindigkeit: typischerweise 100–2000 U/min, in Spezialgeräten bis 3000 U/min.
Heizleistung: meist zwischen 250 W und 1000 W, bei größeren Geräten bis 1500 W.
Material der Rührplatte: Aluminium (schnelle Wärmeleitung), Edelstahl (robust) oder Keramik (chemisch resistent, isolierend).
Sicherheitsmerkmale: Überhitzungsschutz, Fehlermeldung bei Magnetverlust, Temperaturabschaltung.
Vorteile von Magnetrührgeräten allgemein
Kontaktloses Rühren: Keine beweglichen Teile im Antrieb im Kontakt mit der Probe → kontaminationsfrei.
Einfache Reinigung: Rührstab lässt sich sterilisieren oder austauschen.
Kompakte Bauweise: Benötigt wenig Platz im Labor.
Zuverlässigkeit: Wartungsarm, langlebig, leise.
Hohe Reproduzierbarkeit: Konstant regelbare Drehzahl und Temperatur.
Sicherer Betrieb: Keine offene Mechanik oder komplizierte Wartung.
Nachteile
Begrenzte Mischleistung: Bei hochviskosen Flüssigkeiten oder großem Volumen verliert der Magnet die Kopplung.
Rührstab-Entkopplung: Bei zu hohen Drehzahlen kann der Magnetrührstab „springen“.
Keine Scherwirkung: Nicht geeignet für intensive Homogenisierungen (dafür sind Rotor-Stator-Systeme wie Ultraturrax nötig).
Begrenzte Heizleistung: Erwärmung dauert länger als bei direkten Heizbädern.
Verschleiß von Rührstäben: PTFE-Stäbe können sich abnutzen oder verfärben.
Die Erfindung des Magnetrührers geht auf die 1930er-Jahre zurück. Frühe Modelle wurden von Arthur Rosinger entwickelt, der 1942 ein Patent für einen „magnetic stirrer“ anmeldete. Die Idee, magnetische Kopplung zum Rühren zu nutzen, wurde ursprünglich in der pharmazeutischen Industrie eingesetzt, um sterile Lösungen kontaktlos zu mischen. In den 1950er- und 1960er-Jahren brachten Firmen wie IKA (Deutschland), Cimarec, Corning, Heidolph oder Thermo Fisher erste serientaugliche Geräte heraus.
Seit den 1980er-Jahren sind Heizrührer Standard in Laboren geworden. Mit dem Aufkommen elektronischer Drehzahlregelungen und Mikroprozessorsteuerungen wurden digitale Geräte mit PID-Regelung und externer Temperaturmessung üblich.
Heutige Premiumgeräte sind teils mit Touch-Displays, USB-/RS232-Schnittstellen, GLP-konformer Datenerfassung und integrierter Sicherheitsüberwachung ausgestattet.
Magnetrührgeräte – ob mit oder ohne Heizung – sind unverzichtbare Werkzeuge für Laborarbeit und Prozessentwicklung.
Sie bieten präzise, kontaktlose und wartungsarme Durchmischung bei vergleichsweise geringem Energieeinsatz. Während Geräte ohne Heizung besonders für empfindliche oder kleine Ansätze geeignet sind, ermöglichen Heizrührer die kontrollierte Durchführung temperaturabhängiger Reaktionen.
Mit moderner Elektronik, digitaler Regelung und hoher chemischer Beständigkeit haben sich Magnetrührgeräte zu leistungsstarken, sicheren und zuverlässigen Standardinstrumenten in Wissenschaft und Industrie entwickelt.