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hochwertiges Filtergehäuse aus Jenaer Glas Hersteller/Typ: Schott Bakterienfilter mit Fritte G5 Weiteres: einteilig bis auf den abnehmbaren Boden (für leichtere Reinigung) Zustand: alter Artikel in gutem Zustand, keine Beschädigungen, leichte Korrosion auf dem Bodenmetall (siehe Abb.), Reinigung erforderlich Lieferumfang: wie abgebildet
Das Gerät ist ein teilbarer, bakterien- und keimdichter Vakuum-Filterapparat.
Das trichterförmige Oberteil besteht aus originalem, chemisch und thermisch hochresistentem Jenaer Glas beziehungsweise Borosilikatglas der Marke Schott und Gen. Mainz.
Die eingeprägte Modellnummer des Glaskörpers lautet 17 G.
Das Nennvolumen des oberen Einfüllbeckens beträgt exakt 200 ml.
Die fest eingeschmolzene Glassinterplatte (Fritte) besitzt die feinste Porositätsklasse G 5, welche durch den angehängten Zusatz m (für mikrobiologisch beziehungsweise bakterienfein) für die Kalt-Sterilisation zertifiziert ist. Die mittlere Porengröße liegt bei unter 1,0 bis 1,7 Mikrometern.
Der Durchmesser der Fritte beträgt circa 60 mm.
Die Unterseite des Glaszylinders schließt mit einem präzise plangeschliffenen Rand (Planschliff-Flansch) ab.
Die Abdichtung am Boden erfolgt über eine elastische Profildichtung direkt auf einer planen Metallfläche.
Der Standfuß besteht aus einer korrosionsbeständigen Aluminium-Magnesium-Gusslegierung und dient gleichzeitig als direkte Prall- und Sammelplatte für das ablaufende Filtrat.
Die Fixierung des Glaskörpers auf dem Metallfuß erfolgt über eine schraubbare, gerändelte Überwurfmutter aus Metall.
Am Metallfuß oder seitlich am Glaszylinder befindet sich eine standardisierte Glasolive als Vakuumanschluss für den Saugstutzen.
Der Schott Mainz Bakterien-Filterapparat 17 G 5 m ist ein spezialisiertes, zerlegbares Saugfiltersystem zur Gewinnung steriler und keimfreier Flüssigkeiten ohne thermische Belastung.
Im Gegensatz zu einteiligen Ganzglasnutschen schließt diese Konstruktion am Boden offen mit einem Planschliff ab und dichtet mechanisch direkt auf einem massiven Aluminium-Magnesium-Standfuß. Das durch die ultrafeine G 5 m Fritte gezogene Filtrat kontaktiert die Metalloberfläche des Fußes, auf der es aufgefangen und über den Auslass abgeleitet wird.
Das primäre Anwendungsfeld liegt in der historischen und klassischen Apothekenrezeptur (Defektur) zur Kalt-Sterilisation von hitzeempfindlichen Arzneistofflösungen, Augentropfen, Injektionspräparaten und parenteralen Lösungen gemäß dem Arzneibuch.
Ein weiteres typisches Anwendungsfeld ist die medizinische Mikrobiologie, Serologie und Bakteriologie, wo das Gerät zur Keimtrennung, zur Isolierung von Bakterienkulturen aus Nährböden oder zur Bereitung keimfreier Seren verwendet wird.
Zudem wird der Apparat in biologischen und chemischen Universitätslaboratorien zur Anschauung mechanischer Sterilisationsprozeduren im Praktikum eingesetzt.
Vorteile:
Die G 5 m Glassinterplatte bietet eine absolut zuverlässige mechanische Barriere gegen Bakterien, Sporen und größere Keime, was eine schonende Kaltsterilisation ermöglicht.
Der vollständig offene Flanschboden des Glaszylinders erlaubt nach dem Abschrauben des Metallfußes eine barrierefreie mechanische Reinigung, Sichtkontrolle und ein müheloses Auswischen von Rückständen von beiden Seiten.
Der schwere Aluminium-Magnesium-Gussfuß verleiht der Apparatur eine exzellente Standfestigkeit auf dem Labortisch und verhindert ein Umkippen durch den Zug starrer Vakuumschläuche.
Das System arbeitet rein mechanisch über eine Vakuum-Differenz und benötigt keine elektronischen Komponenten oder Einweg-Filtermedien.
Nachteile:
Da das sterile Filtrat nach dem Durchgang die metallische Aluminium-Magnesium-Basis berührt, ist das Gerät für stark saure Lösungen, aggressive Chemikalien oder komplexe Metallchelator-Lösungen ungeeignet, da diese das Metall angreifen und korrodieren würden.
Der direkte Metallkontakt birgt ein inhärentes Risiko von unerwünschten Spuren- oder Metallionen-Kontaminationen bei hochempfindlichen pharmazeutischen Zubereitungen.
Die extrem dichte Porenstruktur der G 5 m Fritte verstopft bei viskosen Medien oder suspendierten Feinstpartikeln sehr schnell und reduziert die Filtrationsgeschwindigkeit drastisch.
Die Reinigung und Regeneration einer verstopften Fritte erfordert aggressive chemische Behandlungen (z. B. Stehenlassen in heißer Chromschwefelsäure) und anschließendes intensives Spülen.
Das Funktionsprinzip basiert auf der physikalischen Druckdifferenz-Filtration (Saugfiltration) im Mikrobereich.
Durch das Anlegen eines Vakuums am seitlichen Saugstutzen entsteht in der Kammer unterhalb der Fritte ein starker Unterdruck. Dieser Unterdruck zieht die im oberen Trichter befindliche, keimbelastete Flüssigkeit aktiv durch das Porensystem der G 5 m Glasfritte. Da die maximalen Porendurchmesser kleiner sind als die Abmessungen typischer Bakterienzellen, verbleiben alle Mikroorganismen auf der Fritte, während das keimfreie Filtrat nach unten auf den gedichteten Aluminium-Magnesium-Boden tropft.
Geschichtlich stellt das Modell 17 G 5 m einen Meilenstein der pharmazeutischen Galenik der Nachkriegszeit dar. Die Erfindung von Frittenfiltern aus gesintertem Glas durch die Firma Schott & Genossen in Jena in den 1920er Jahren löste die unzuverlässigen Papier- und Textilfilter ab.
Die Weiterentwicklung zu teilbaren Filtern mit Metallfuß war eine direkte Antwort auf die Reinigungsprobleme im Apothekenalltag, da klassische Saugflaschen von innen oft nicht mechanisch gereinigt werden konnten. Bevor Einweg-Membranfilter aus Kunststoffen den Markt in den späten 1970er Jahren eroberten, waren diese Schott-Mainz-Bakterienfilter die absolute Standardausrüstung in deutschen Offizinen zur normgerechten Sterilisation von Rezepturen.
Vorbereitung und Prüfung vor der Filtration: Vor jeder Keimfiltration muss der Filterapparat absolut sauber und sterilisiert sein. Nach dem Festschrauben des Glasoberteils auf dem Metallfuß wird das System üblicherweise im Autoklaven oder durch Heißluft sterilisiert. Um sicherzustellen, dass die Fritte keine Haarrisse aufweist (was die Keimdichtigkeit aufheben würde), wurde in Apotheken vorab der sogenannte „Blasendruck-Test“ durchgeführt: Der Filter wird mit Wasser benetzt, von unten wird ein definierter Luftdruck angelegt, und es wird geprüft, ob Luftblasen gleichmäßig oder vorzeitig an einer Defektstelle austreten.
Der Filtrationsvorgang: Die flüssige Zubereitung (z. B. Augentropfen) wird in den oberen 200-ml-Trichter eingefüllt. Über die Saugolive wird ein sanftes, konstantes Vakuum (meist über eine Wasserstrahlpumpe) angelegt. Der Durchfluss bei einer G 5 m Fritte ist konstruktionsbedingt sehr langsam und tröpfchenweise. Es darf niemals mit zu hohem Druck gearbeitet werden, um ein mechanisches Durchpressen von flexiblen Mikroorganismen zu verhindern.
Reinigung und chemische Regeneration: Nach Gebrauch darf der Filter niemals trockenlaufen, da eintrocknende Proteine oder Rückstände die Poren dauerhaft verstopfen. Unmittelbar nach der Nutzung wird der Apparat zerlegt, der Metallfuß entfernt und das Glasoberteil intensiv mit destilliertem Wasser gespült. Bei hartnäckiger organischer Verstopfung der G 5 m Fritte schreibt die klassische Anleitung vor, den Glaskörper für mehrere Stunden in eine warme Mischung aus konzentrierter Schwefelsäure und etwas Natriumnitrat (oder eine Chromschwefelsäure-Alternative) einzulegen. Diese oxidiert die festsitzenden Bakterien- und Partikelreste in den Mikroporen rückstandsfrei. Danach muss so lange mit Aqua dest. nachgespült werden, bis das Filtrat absolut neutral reagiert (pH-Kontrolle).