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gebrauchter Büchnertrichter Porzellan, 200 mm

gebrauchter Büchnertrichter Porzellan, 200 mm

Artikelnummer: K2d108
  • gebraucht, Gebrauchssppuren
35,00 €
exkl. USt. , zzgl. Versand
Hersteller:
  • gebraucht, Gebrauchssppuren
Beschreibung

Artikel: Nutsche (Büchnertrichter, Filtriertrichter)
Zustand: gebraucht, Gebrauchsspuren, siehe Abb.
Lieferumfang: Trichter, kein weiteres Zubehör
weitere Daten:

  • Nenn-Durchmesser 200 mm 

Der Büchnertrichter 200 mm Porzellan ist ein massives, zylindrisches Laborfiltrationsgerät, das für das schnelle und effiziente Trennen von Feststoff-Flüssigkeits-Gemischen im mittleren bis größeren Maßstab konzipiert ist. Das Gerät verfügt im Inneren über eine fest eingearbeitete, perforierte Porzellanplatte. Auf diese flache Siebplatte wird vor dem Einsatz ein passendes Rundfilterpapier aufgelegt und leicht angefeuchtet, um eine dichte Barriere zu bilden. Der lange, konische Schaft des Trichters wird mithilfe einer Gummidichtung, einer Gummimanschette oder eines konischen Gummikonus (Gooch-Dichtung) luftdicht in den Hals einer dickwandigen Saugflasche eingesetzt. Über die Saugflasche wird ein Vakuum angelegt, welches die Flüssigkeit aktiv durch das Filterpapier zieht, während der Feststoff als Filterkuchen auf der Platte zurückbleibt.

Typische Anwendungsfelder im Labor:

  • Vakuumfiltration und Nutschen von chemischen Präparaten, Syntheseprodukten und Ausfällungen in präparativen organischen und anorganischen Laboren
  • Abtrennung von groben und feinen Kristallen nach Umkristallisationen aus heißen oder kalten Lösungsmitteln
  • Reinigung und Klärung von Suspensionen, Extrakten und biologischen Probenflüssigkeiten in pharmazeutischen Qualitätskontrollen
  • Probenvorbereitung in der Umweltanalytik zur Isolation von Schwebstoffen und Sedimenten aus Wasserproben
  • Filtration von industriellen Galvanikbädern, Säuregemischen und ätzenden Reinigungslösungen in chemisch-technischen Betriebslaboren

Vorteile:

  • Die massive Bauweise aus chemischem Porzellan sorgt für eine extrem hohe mechanische Stabilität und Langlebigkeit im rauen Laborbetrieb.
  • Hervorragende Beständigkeit gegen nahezu alle aggressiven Chemikalien, was den Trichter universell einsetzbar macht, ohne dass das Material angegriffen wird oder Proben kontaminiert.
  • Der breite Durchmesser von 200 mm ermöglicht eine große Filterfläche für hohe Durchsatzraten und die Aufnahme beträchtlicher Feststoffmengen (Filterkuchen).
  • Die glatte Glasur erlaubt eine rückstandsfreie, unkomplizierte Reinigung sowie die Sterilisation im Autoklaven oder das Ausheizen im Laborofen.
  • Das flache Design der integrierten Lochplatte verhindert das Reißen des Filterpapiers unter der Einwirkung des Unterdrucks.

Nachteile:

  • Hohes Eigengewicht des massiven Porzellankörpers, was im leeren Zustand auf kleineren Saugflaschen ohne zusätzliche Stativsicherung zu einer Kippgefahr führen kann.
  • Porzellan ist inhärent spröde, weshalb das Gerät bei harten Schlägen, Stürzen oder mechanischen Überlastungen unleserliche Haarrisse bekommen oder vollständig zerbrechen kann.
  • Aufgrund der Materialstärke benötigt der Trichter bei extremen Temperaturwechseln eine gewisse Zeit zur Anpassung, um thermische Spannungsrisse zu vermeiden.
  • Im Gegensatz zu modernen Trägern mit austauschbaren Fritten ist die Reinigung der fest integrierten Lochzwischenräume bei stark klebrigen oder harzigen Probenresten zeitaufwendig.

Das Funktionsprinzip des Büchnertrichters basiert auf der druckunterstützten Kuchenfiltration. Während bei der klassischen Schwerkraftfiltration im einfachen Glastrichter die Erdmasse allein die Flüssigkeit durch das Papier treibt, nutzt die Vakuumfiltration ein künstlich erzeugtes Druckgefälle. Durch das Absaugen der Luft aus der darunterliegenden Saugflasche entsteht unterhalb der Lochplatte ein Unterdruck. Der atmosphärische Luftdruck drückt die Flüssigkeit von oben mit hoher Kraft durch das Filtermedium. Die Perforation der Porzellanplatte dient dabei als mechanische Stütze für das Papier, damit dieses dem Differenzdruck standhält, während die Bohrungen den ungehinderten Durchtritt des Filtrats in den Schaft erlauben.

Geschichtlich betrachtet revolutionierte diese Erfindung das chemische Laborwesen im späten 19. Jahrhundert. Der Trichter wurde von dem deutschen Industriechemiker Ernst Büchner erfunden und im Jahr 1888 patentiert. Vor dieser Erfindung waren Filtrationen größerer Mengen oft zähflüssiger chemischer Schlämme langwierige Prozesse, die oft Tage beanspruchten oder unter unsauberen Bedingungen stattfanden. Büchner kombinierte die flache Lochplatte direkt mit einem stabilen Trichterkörper aus Ton bzw. Porzellan. Die Produktion wurde schnell von traditionsreichen High-Tech-Keramikmanufakturen wie Haldenwanger in Berlin übernommen. Die Haldenwanger-Ausführung des Büchnertrichters setzte durch die Optimierung der extrem harten, säurefesten Glasur den globalen Qualitätsstandard für chemisch-technisches Porzellan. Diese klassische Geometrie hat sich seit über 130 Jahren nahezu unverändert in den Laboratorien weltweit behauptet.

Kontaktdaten
Frage zum Artikel (auch nach Verfügbarkeit)

Hersteller gemäß GPSR
unbekannt, Stemmer Landstr. 139, 32425 Minden, Deutschland, mail@laboreinkauf-de