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Artikel: Witt'scher Topf inkl. Planflanschdeckel mit Normschliff-Hülse NS29/32 Material: Duran Sauganschluss: Olive (Schott 2925754) Zustand: gebraucht, neuwertig Weiteres:
Nennweite oder Innendurchmesser: 100 mm (DN 100).
Gesamthöhe des Unterteils ohne Deckel: ca. 160 mm.
Außendurchmesser des Topfkörpers: ca.138 mm.
Schliffgröße des Deckeltubus wahlweise: Normschliff NS 29/32 oder Weithals-Normschliff NS 45/40.
Vakuumfestigkeit: Volles Vakuum bis 0 bar Absolutdruck (1000 mbar Druckdifferenz).
Glasart: DURAN Borosilikatglas 3.3 nach DIN ISO 3585.
Verschlussart: Planschliff-Verbindung flach (Flansch) DN 100 zwischen Topfrand und Deckelrand.
Anschlussart Vakuumseite: Seitlich angeschmolzener Glastubus mit abschraubbarer Kunststoff-Schlaucholive (KECK Montageset) für Vakuumschläuche mit zirka 9 mm Innendurchmesser.
Temperaturbeständigkeit: Maximale thermische Belastbarkeit bis zu 500 Grad Celsius, maximale Temperaturwechselbeständigkeit nach ISO 718 beträgt Delta T gleich 100 Kelvin.
Autoklavierbarkeit: Vollständig autoklavierbar bei 121 Grad Celsius oder 134 Grad Celsius nach DIN EN 285.
Chemische Beständigkeit: Säureklasse 1 nach DIN 12116, Laugenklasse 2 nach DIN ISO 695, Hydrolytische Klasse 1 nach DIN ISO 719.
Das System besteht aus einem dickwandigen, zylindrischen Untertopf aus Borosilikatglas mit flachem Boden und einem präzise plangeschliffenen oberen Rand. Das Unterteil verfügt über einen seitlichen Vakuumanschluss. Auf diesen Flanschrand wird ein passgenauer, austauschbarer Glasdeckel aufgesetzt, welcher im Zentrum eine geschliffene Hülse (NS 29/32 oder NS 45/40) aufweist. Die flache Flanschverbindung dichtet unter Vakuum ohne Klammer ab, sofern Schlifffett oder ein Dichtungsring verwendet wird. Durch den Schliff im Deckel wird ein Trichter oder eine Filternutsche eingeführt. Ein separates Auffanggefäß wie ein Erlenmeyerkolben oder ein Becherglas wird vor dem Schließen direkt in den Topf unter den Trichterauslauf gestellt.
Typische Anwendungsfelder:
Durchführung von Vakuumfiltrationen oder Saugfiltrationen im analytischen und präparativen Laborbereich. [1]
Direktes Auffangen des Filtrats in ein spezielles, ungerades oder enggezogenes Zielgefäß, um zeitaufwendiges Umfüllen und Kontaminationen zu vermeiden.
Sicheres Filtrieren von empfindlichen Flüssigkeiten, die unter vermindertem Druck gereinigt oder von Feststoffen getrennt werden müssen.
Destillationen oder Eindampfvorgänge im kleinen Maßstab unter Vakuum-Bedingungen.
Einsatz als kompakte Exsikkator-Alternative für kleine Probenbehälter oder zur Entgasung von Flüssigkeiten.
Vorteile:
Extrem hohe chemische Beständigkeit gegenüber fast allen Säuren, Basen, Halogenen und organischen Lösungsmitteln aufgrund des hochwertigen Borosilikatglases.
Das Filtrat tropft direkt in das im Topf platzierte Gefäß, wodurch Verluste durch Wandbenetzung beim Umgießen vollständig entfallen.
Hohe mechanische Festigkeit und garantierte Vakuumstabilität dank der dicken Wandstärkekonstruktion von Schott Duran.
Einfache Reinigung und Sichtkontrolle des Füllstands im inneren Auffangbehälter durch die vollständige Transparenz des Glaskörpers.
Flexibilität beim Einsatz verschiedener Trichtergrößen oder Nutschen durch standardisierte Normschliffe im Deckel.
Erhöhte Arbeitssicherheit durch die abschraubbare Kunststoff-Seitenolive, die ein Abbrechen des Glasstutzens beim Schlauchwechsel verhindert.
Nachteile:
Konstruktionsbedingt hohes Eigengewicht des massiven Glaskörpers, was die Handhabung im nassen Zustand erschwert.
Empfindlichkeit gegen Stoß, Schlag oder ungleichmäßige mechanische Belastungen, was zu Rissen oder Implosionen führen kann.
Begrenztes Innenvolumen, wodurch die Abmessungen des innen aufgestellten Auffangglases streng limitiert sind.
Risiko des Festfressens des großen Planflansches oder des Deckelschliffs, wenn ungeeignete Fette oder keine PTFE-Schliffmanschetten verwendet werden.
Das Funktionsprinzip des Apparates basiert auf der Erzeugung einer Druckdifferenz zwischen dem Innenraum der Glasammer und der Atmosphäre. Eine Vakuumpumpe oder Wasserstrahlpumpe evakuiert die Luft über den seitlichen Rohranschluss aus dem abgedichteten Topf. Dadurch entsteht im Inneren ein Unterdruck. Die über dem Deckelschliff eingesetzte Filternutsche dichtet über eine Gummidichtung (Gummimanschette oder Guko) ab. Der atmosphärische Luftdruck drückt die zu filtrierende Suspension durch den Filter nach unten, wo die Flüssigkeit durch das Saugrohr direkt in das bereitgestellte Glasgefäß tropft. Der Planschliff benötigt im Betrieb keine mechanische Fixierung, da der äußere Überdruck den Deckel kraftschlüssig auf den Topf presst.
Geschichtlich geht diese Anordnung auf den deutschen Chemiker Otto Nikolaus Witt zurück, der im späten 19. Jahrhundert bedeutende Beiträge zur Farbenchemie und zur industriellen Labortechnik leistete. Vor der Erfindung des Wittschen Topfes wurden Vakuumfiltrationen primär mit Saugflaschen durchgeführt. Bei diesen floss das Filtrat jedoch unweigerlich in die Saugflasche selbst und musste danach mühsam in andere Probenbehälter umgegossen werden, was bei aggressiven oder wertvollen Substanzen zu Verlusten und Verunreinigungen führte. Witt modifizierte das Prinzip, indem er eine vakuumfeste Kammer konstruierte, die sich öffnen ließ, um ein beliebiges Auffangglas direkt unter den Trichterauslauf zu stellen. Die Firma Schott in Jena übernahm diese Konstruktion früh in ihr Standardprogramm für Laborglaswaren aus der damals neu entwickelten Borosilikatglas-Schmelze. Das Grundprinzip blieb über ein Jahrhundert lang unverändert und gehört bis heute zur klassischen Grundausstattung der chemischen Separationstechnik.