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Sicherheitseinrichtungen: Automatische Rotorerkennung, Deckelverriegelung, Deckelzuhaltung, Deckelfallsicherung, Notentriegelung und sensorbasierte Unwuchtabschaltung
Außenmaße Breite mal Tiefe mal Höhe: 650 mal 720 mal 1.030 Millimeter
Gewicht des Grundgerätes ohne Zubehör: zirka 115 Kilogramm
Maximal zulässige Dichte der Proben: 1,2 Kilogramm pro Kubikdezimeter
Werk-Nr. (Seriennummer): 0001170-03-00
Baujahr dieses spezifischen Artikels: 2006
Herkunftsland: Deutschland
Spezifische Daten mit dem installierten Ausschwingrotor 4296:
Rotortyp: 6-fach Ausschwingrotor für mittleres bis hohes Probenaufkommen
Anzahl der Plätze: 6 Gehängeplätze
Maximale Drehzahl mit Rotor 4296: 4.000 Umdrehungen pro Minute
Maximale Zentrifugalkraft (RCF) mit Rotor 4296: 3.631 x g
Maximale Belastung pro Rotorplatz: 250 Gramm inklusive Gehänge, Einsatz und Probe
Die Standzentrifuge ist ein robustes, mikroprozessorgesteuertes Großgerät, das für den intensiven Routineeinsatz in professionellen Labors konzipiert wurde. Sie besitzt ein stabiles Standgehäuse auf Rollen, welches eine flexible Platzierung im Laborraum ermöglicht, ohne wertvolle Arbeitsfläche auf den Labortischen zu beanspruchen. Der Innenkessel besteht aus glattem, leicht zu desinfizierendem Edelstahl, während die äußere Metallverkleidung durch eine stoß- und kratzfeste Lackierung geschützt ist. Die intuitive S-Steuerung erlaubt die präzise digitale Speicherung und den schnellen Abruf von komplexen Zentrifugationsprogrammen über eine Folientastatur. Ein Schlüsselschalter schützt die hinterlegten Protokolle vor unbefugten Änderungen im laufenden Betrieb. Integrierte Sicherheitsfeatures wie die automatische Unwuchtabschaltung, die motorisierte Deckelzuhaltung und eine Notentriegelung gewährleisten maximalen Anwenderschutz nach internationalen Sicherheitsstandards. Das Gerät kühlt über ein integriertes Luftstromsystem, um eine übermäßige Reibungserwärmung des Schleuderraums zu minimieren.
Typische Anwendungsbereiche in Medizin, Industrie und Life Sciences:
Medizinische Routinelaboratorien und Großpraxen zur massenhaften Trennung von Blutproben und Gewinnung von Serum oder Plasma
Klinische Chemie und Transfusionsmedizin zur Aufbereitung standardisierter Blutabnahmegefäße und Urinproben
Biotechnologische Institute zur effizienten Separation von Zellkulturmedien, Zellsuspensionen und Biomasse
Qualitätskontrolle in der Nahrungsmittelindustrie zur Separation von Lebensmittelproben und Phasentrennung von Extrakten
Chemische Industrie und Forschungsabteilungen zur Abtrennung von feinen Niederschlägen aus chemischen Synthesereaktionen
Umweltanalytik und Agrarlabore zur Sedimentation und Aufbereitung von Bodenproben oder Schlammsuspensionen
Vorteile:
Sehr hohe Probenkapazität und Durchsatz durch den 6-fach Ausschwingrotor im Vergleich zu Standard-Vierplatzrotoren
Extrem langlebige und verwindungsfreie Standkonstruktion sorgt für exzellente Laufruhe und hohe Drehzahlstabilität
Wartungsfreier und bürstenloser Frequenzantrieb minimiert mechanischen Verschleiß und laufende Betriebskosten
Umfangreicher Programmspeicher mit 89 Plätzen erlaubt eine exakte Reproduzierbarkeit unterschiedlicher Laborprotokolle
Hervorragender Anwenderschutz durch lückenlose sensorische Überwachung inklusive automatischer Rotorerkennung
Mechanischer Schlüsselschalter verhindert zuverlässig versehentliche Fehlbedienungen oder Datenänderungen durch Dritte
Nachteile:
Das Gerät verfügt in der S-Ausführung über keine aktive Kühlmaschine, weshalb Proben nicht unter die Umgebungstemperatur abgekühlt werden können
Hohes Eigengewicht von über einhundert Kilogramm erschwert den Transport über Treppen oder Absätze im Laborgebäude
Großer Platzbedarf als Standmodell blockiert feste Bodenstellfläche in beengten Laborräumen
Die Ersatzteilversorgung für die Elektronik und Displays der S-Steuerung aus der älteren Baureihe wird herstellerseitig zunehmend limitiert
Das physikalische Funktionsprinzip dieser Standzentrifuge basiert auf der systematischen Nutzung der Fliehkraft zur Trennung von Stoffen mit unterschiedlicher Dichte. Während der Rotation des Ausschwingrotors 4296 schwenken die am Rotor gelagerten Gehänge durch die Zentrifugalkraft in die exakt horizontale Position auf. Partikel mit einer höheren Dichte als die umgebende Trägerflüssigkeit wandern entlang der radialen Beschleunigungsachse geradlinig zum Boden des Probengefäßes. Da die Sedimentation im horizontalen Zustand rechtwinklig zum Gefäßboden erfolgt, lagern sich die Phasen exakt waagerecht ab. Beim kontrollierten Abbremsen schwenken die Becher materialschonend in die vertikale Ausgangslage zurück, wodurch ein unerwünschtes Aufwirbeln der getrennten Schichten effektiv unterbunden wird.
Geschichtlich betrachtet steht die Baureihe aus dem Jahr 2006 für den Höhepunkt der hochentwickelten, rein digitalen Mikroprozessorsteuerung bei klassischen Labor-Großzentrifugen, bevor die Industrie flächendeckend auf farbige Touch-Displays und vernetzte Lab-Software umstellte. Während frühere Generationen noch mit ungenauen analogen Zeitschaltuhren und mechanischen Bremsen arbeiteten, ermöglichte dieses Modell mit der S-Steuerung eine vollständig digitale Standardisierung von Anlauf- und Auslaufkurven. Die Implementierung der automatischen, herstellerseitigen Rotorerkennung eliminierte zudem das Risiko folgenschwerer Bedienfehler durch das versehentliche Überdrehen schwerer Rotoren. Damit setzte dieses System Maßstäbe für die prozesssichere Aufbereitung nach modernen Qualitätsmanagement-Richtlinien in der medizinischen Diagnostik.