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gebrauchtes Messing-Pistill 21 cm

gebrauchtes Messing-Pistill 21 cm

Artikelnummer: K6f11.16
        Kategorie:         Historische Laborartikel, Deko         Historische Laborartikel, Deko    
  • Messing oder möglicherweise auch Bronze
8,00 €
exkl. USt. , zzgl. Versand
Hersteller:
  • Messing oder möglicherweise auch Bronze
Stk.
Beschreibung

Pistill für Mörser / Reibschale
Lieferumfang: wie abgebildet, ohne etwaige Mess- und Prüfmittel
Erhaltung: gebraucht, deutliche Gebrauchsspuren
Weiteres:

  • Das Gerät ist ein massives Metallpistill für Apothekenmörser.
  • Das Material besteht aus einer schweren Kupferlegierung, typischerweise Messing oder Glockenbronze.
  • Die Gesamtlänge des Pistills beträgt ca. 21 cm.
  • funktionaler, keulenförmig verdickter Reibkopf
  • Der Griffschaft besitzt im oberen Drittel eine dekorative, umlaufende Wulstverzierung zur Verbesserung der Griffsicherheit und Stoßführung.
  • Das obere Ende des Griffs schließt mit einem Knauf ab.
  • Die Oberfläche weist eine historisch gewachsene, dunkelgraue bis bräunliche Oxidschicht auf, unter der an beanspruchten Stellen das goldgelbe beziehungsweise rötliche Metall durchschimmert.
  • Die Herstellung erfolgte vermutlich im klassischen Sandgussverfahren, erkennbar an der leicht rauen, porösen Oberflächenstruktur.

Das historische Metallpistill ist ein schweres Handwerkzeug, das als Gegenstück zu einem passenden Standmörser aus Messing oder Bronze dient.
Es zeichnet sich durch seine extrem robuste, bruchsichere Konstruktion aus, die im Gegensatz zu Pistillen aus Porzellan, Steingut oder Glas enormen mechanischen Schlagbelastungen und Druckbelastungen standhält.
Das primäre Anwendungsfeld liegt in der historischen Pharmazie, der Galenik und der klassischen Apothekenrezeptur. Hier wurde das Werkzeug verwendet, um harte, faserige, kristalline oder mineralische Ausgangsstoffe grob zu zerkleinern.
Typische Aufgaben umfassen das Pulverisieren von getrockneten Pflanzenteilen wie Chinarinde, Ingwerwurzeln oder harten Harzen sowie das Zerstoßen grober Salzkristalle wie Alaun oder Salpeter.
Heute finden solche Originale vor allem Verwendung als dekorative Sammlerstücke, historische Requisiten, Antiquitäten für Apothekenmuseen oder als Dekorationsobjekte im Retro-Stil.

Vorteile:

  • Die massive Metallkonstruktion ist absolut unzerbrechlich, wodurch im Gegensatz zu Keramikwerkzeugen keine Splittergefahr bei der Bearbeitung härtester Materialien besteht.
  • Das hohe Eigengewicht des gegossenen Körpers unterstützt die physikalische Kraftübertragung beim Stoßen und Mahlen im Mörser erheblich.
  • Die ergonomische Formgestaltung mit der Schaftwulst sorgt für einen sicheren Halt in der Hand und verhindert das Abrutschen während der Arbeit.
  • Das zeitlose Material Messing beziehungsweise Bronze besitzt eine sehr hohe Langlebigkeit und bildet eine schützende Patina aus.

Nachteile:

  • Kupferlegierungen sind nicht chemisch inert und können durch den Kontakt mit starken Säuren, Laugen oder feuchten, salzhaltigen Substanzen oxidieren oder Grünspan ansetzen.
  • Das ungeschützte Metall kann bei der Zubereitung bestimmter Arzneistoffe zu unerwünschten chemischen Wechselwirkungen oder metallischen Verunreinigungen in der Probe führen.
  • Die raue Gussoberfläche ist schwieriger steril zu reinigen und keimfrei zu halten als glatt glasierte Porzellan- oder Glasreibeköpfe.

Das Funktionsprinzip des Pistills basiert auf der mechanischen Zerkleinerung von Feststoffen durch Druck, Reibung und Stoßenergie innerhalb einer passenden Reibschale.
Geschichtlich gehören Mörser und Pistill zu den ältesten Werkzeugen der Menschheit und waren über Jahrhunderte das zentrale Symbol des Apothekerstandes.
Während für Salben und feine Pulver meist Marmor oder Porzellan genutzt wurde, waren für die grobe Drogenaufbereitung in den Offizinen des 18. und 19. Jahrhunderts schwere Metallgeräte unverzichtbar.
Die charakteristische Form mit dem scheibenförmigen Knauf und dem Zierwulst geht auf traditionelle Gussformen zurück, die sich vom Barock bis in die späte Kaiserzeit kaum veränderten.
Mit der industriellen Fertigung von Fertigarzneimitteln im 20. Jahrhundert verloren diese schweren Handwerkzeuge ihre funktionale Bedeutung im Apothekenalltag und wurden durch elektrische Labor-Mühlen ersetzt.

 

Kontaktdaten
Frage zum Artikel (auch nach Verfügbarkeit)

Hersteller gemäß GPSR
SIMAX, http://www.bohemiacristal.de/index.php
Stk.